Die Falsche Prophetie überwinden

Papst Johannes Paul II. betet den Rosenkranz.
Foto: Grzegorz Galazka

Die desaströse Äußerung des Bischofs von Rom zur Förderung von Zivilunionen homosexueller Partner hat eindeutig einen apokalyptischen Bezug. Wir stehen in der Zeit der großen Prüfung, in der sich ein historischer Entscheidungskampf vollzieht.

Carlo Kardinal Caffarra, der Gründungspräsident des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Ehe und Familie, verwies kurz vor seinem Tod im Jahr 2017 auf einen Brief von Schwester Lucia von Fatima, in dem sie Folgendes geschrieben hatte:
„Vater, es wird eine Zeit kommen, in der die entscheidende Schlacht zwischen dem Reich Christi und Satan über Ehe und Familie ausgetragen wird. Und diejenigen, die sich für das Wohl der Familie einsetzen werden, werden Verfolgung und Drangsal erfahren. Aber fürchte dich nicht, denn die Muttergottes hat ihm bereits den Kopf zertreten.“[1]

Im Licht der Botschaft von Fatima fällt auf, dass das Attentat auf Papst Johannes Paul II. in direktem Zusammenhang steht mit der Errichtung seines prophetischen Instituts für Ehe und Familie. Darauf hat Papst Benedikt XVI. in einer Ansprache anlässlich des 25-jährigen Bestehens hingewiesen: „Am 13. Mai 1981 erlitt mein geliebter Vorgänger Johannes Paul II. auf dem Petersplatz das bekannte schwere Attentat gerade während der Audienz, bei der er die Errichtung eures Instituts hätte ankündigen sollen.“[2]

Mit welchem Hass der Widersacher gegen die Schönheit der wahren Lehre über die christliche Ehe und Familie vorgeht, haben die vergangenen sieben Jahre in erschütternder Weise gezeigt. Das Institut des hl. Papst Johannes Paul II. wurde nicht nur massiv attackiert, sondern völlig demontiert und seines Wesens beraubt. Bei beiden Bischofssynoden über Ehe und Familie, 2014 und 2015, wurde es komplett ausgeblendet, bis die unannehmbare Broschüre „Amoris laetitia“ 2016 sogar eine direkte leeramtliche Kontestation brachte. Noch im selben Jahr begann die ultimative Zerschlagung des Instituts durch die Einsetzung eines neuen Großkanzlers und konträrer Statuten sowie per Suspendierung aller bisherigen Professoren. Zudem wurde es einer inhaltlichen „Neuausrichtung“ unterworfen, die von Insidern als eine „Säuberung“ im negativsten Sinn bezeichnet wurde.[3]

Der von Bergoglio vollzogene Bruch liegt nun offen zutage, denn am 28. März 2003 hatte Papst Johannes Paul II. die folgende Klarstellung der Glaubenskongregation approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet: „Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen.“[4]

Das Zeugnis der Heiligen lässt keinen Zweifel daran, wie sehr homosexuelle Akte den Schöpfer beleidigen und seine Vergeltung hervorrufen. Wie sollte man dabei nicht an die eindringliche Mahnung Gottes denken, die uns in dem berühmten Dialog der hl. Katharina von Siena überliefert ist: „Die Elenden vollbringen noch Schlimmeres und begehen die verfluchte Sünde wider die Natur. Und wie blinde Toren, deren Vernunft getrübt ist, nehmen sie die Fäulnis und das Elend nicht wahr, worin sie stecken. Nicht nur Mir, der Ich höchste ewige Reinheit bin, ist sie zum Ekel (ja so verabscheuungswürdig, dass Ich um dieser einen Sünde willen fünf Städte durch Mein göttliches Gericht vernichtete, da Meine Gerechtigkeit sie nicht mehr ertragen wollte), sondern sogar den Dämonen.“[5]

Gestützt auf die eindeutige biblische Botschaft hat das beständige Lehramt der Katholischen Kirche Ehe und Familie immer geschützt. So darf gerade heute nicht verschwiegen werden, dass homosexuelle Praktiken zu den gravierenden Sünden gehören, die massiv gegen die Keuschheit verstoßen (vgl. KKK 2396) und von der Hl. Schrift vehement zurückgewiesen werden (vgl. Gen 19,1–29; Röm 1,24–27; 1 Kor 6,9–10; 1 Tim 1,10). Der Katechismus erinnert uns an die „himmelschreiende“ Dimension der Schuld der Sodomiten (vgl. KKK 1867).[6]

In dieser apokalyptischen Zeit der Falschen Prophetie stärke uns die Intervention des Unbefleckten Herzens Mariens, die wir als Schlangenzertreterin verehren. Sie, die reinste Jungfrau, Mutter der schönen Liebe und Mittlerin aller Gnaden, wird uns die Nachstellungen des bösen Feindes durchschauen lassen und uns sicher zu dem Heil führen, das der dreifaltige Gott den Seinen schenkt.

In der großen Bedrängnis des epochalen Entscheidungskampfes, in dem die ewige Rettung so vieler Seelen bedroht ist, wiederholen wir die berühmten Worte, die Papst Johannes Paul II. bei der Weihe der Menschheit vor der Madonna von Fatima gesprochen hat: „Noch einmal zeige sich in der Geschichte der Welt die unendliche Heilskraft der Erlösung: die Macht der erbarmenden Liebe! Dass sie dem Bösen Einhalt gebiete! Dass sie die Gewissen wandle! In Deinem Unbefleckten Herzen offenbare sich allen das Licht der Hoffnung!“[7]

22. Oktober 2020
Festtag des Hl. Papst Johannes Paul II.
Pastor Frank Unterhalt

[1] Diane Montagna, „Timeline of events reveals plot to destroy legacy of JPII Institute“, in: LifeSiteNews, 20. August 2019.
[2] Papst Benedikt XVI., Ansprache anlässlich 25-jährigen Bestehens des Päpstlichen Institutes „Johannes Paul II.“ für Studien über Ehe und Familie, 11. Mai 2006.
[3] Vgl. Diane Montagna.
[4] Kongregation für die Glaubenslehre, Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen, 3. Juni 2003, I,4.
[5] Katharina von Siena, Dialog III, 124, in: Gespräch von Gottes Vorsehung, Einsiedeln 1993 (4. Auflage), S. 163.
[6] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben an die Bischöfe der kath. Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen, 1. Oktober 1986, 6.
[7] Papst Johannes Paul II., Weiheakt an die Gottesmutter Maria, 25. März 1984.


Overcoming the False Prophecy

The disastrous statement of the bishop of Rome on the promotion of civil unions of homosexual partners clearly has an apocalyptic reference. We are in the time of the great test, in which a historical and decisive struggle is taking place.

Carlo Cardinal Caffarra, the founding President of the Pontifical John Paul II Institute for Marriage and the Family, shortly before his death in 2017, referred to a letter from Sister Lucia of Fatima in which she had written the following: “Father, a time will come when the decisive battle between the kingdom of Christ and Satan will be over marriage and the family. And those who will work for the good of the family will experience persecution and tribulation. But do not be afraid, because Our Lady has already crushed his head.”[1]

In light of the message of Fatima, it is striking that the assassination attempt on Pope John Paul II is directly related to the establishment of his prophetic Institute for Marriage and the Family. Pope Benedict XVI pointed this out in an address on the occasion of the 25th anniversary of its foundation: “On that day, May 13, 1981, my beloved Predecessor John Paul II suffered the well-known serious attack on his life during the Audience at which he was to have announced the creation of your Institute.”[2]

The past seven years have shown in a shocking way what hatred the adversary has for the beauty of the true teaching on Christian marriage and family. The Institute of St. John Paul II has not only been massively attacked, but completely dismantled and robbed of its very essence. At both of the Synods of Bishops on Marriage and Family, in 2014 and in 2015, it was completely ignored until the unacceptable exhortation “Amoris laetitia” in 2016 even brought forth a direct contradiction of Church teaching. In the same year, the ultimate destruction of the Institute began with the appointment of a new Grand Chancellor and opposing statutes, and with the suspension of all previous professors. In addition, it was subjected to a substantive “reorientation” that insiders described as a “purge” in the most negative sense.[3]

The break made by Bergoglio is now openly evident, because on March 28, 2003, Pope John Paul II had approved the following clarification of the Congregation for the Doctrine of the Faith and ordered its publication: “There are absolutely no grounds for considering homosexual unions to be in any way similar or even remotely analogous to God’s plan for marriage and family. Marriage is holy, while homosexual acts go against the natural moral law.”[4]

The testimony of the saints leaves no doubt about the extent to which homosexual acts offend the Creator and provoke His retribution. How can we fail to think of God’s insistent admonition, handed down to us in the famous Dialogue of St. Catherine of Siena: “The wretched do even worse and commit the accursed sin against nature. And like blind fools whose reason is clouded, they do not perceive the rottenness and misery in which they find themselves. Not only to Me, who am the highest eternal purity, it is disgusting (so detestable indeed that for this one sin I destroyed five cities by My divine judgment, since My righteousness would not bear it any longer), but even to demons.”[5]

Based on the clear biblical message, the Permanent Magisterium of the Catholic Church has always protected marriage and family. Thus, especially today it cannot be concealed that homosexual practices are among the grave sins that seriously violate chastity (cf. CCC 2396) and are vehemently rejected by Holy Scripture (cf. Gen 19:1-29; Rom 1:24-27; 1 Cor 6:9-10; 1 Tim 1:10). The Catechism reminds us of the guilt of the Sodomites that “cries to heaven” (cf. CCC 1867).[6]

In this apocalyptic time of the False Prophecy, the intervention of the Immaculate Heart of Mary, whom we venerate as the one who crushes the head of the hellish serpent, strengthens us. She, the purest Virgin, Mother of Beautiful Love and Mediatrix of All Graces, will make us see through the snares of the evil enemy and lead us safely to the salvation which the Triune God gives to His own.

In the great tribulation of this epochal and decisive struggle, in which the eternal salvation of so many souls is threatened, we repeat the famous words spoken by Pope John Paul II at the consecration of mankind to Our Lady of Fatima: “Once again, let the infinite saving power of salvation show itself to the world: the power of merciful love! That it puts a stop to evil! That it changes consciences! In your Immaculate Heart the light of hope is revealed to all!”[7]

October 22, 2020
Commemoration of the Feast of St. Pope John Paul II
Father Frank Unterhalt

[1] Diane Montagna, “Timeline of events reveals plot to destroy legacy of JPII Institute”, in: LifeSiteNews, August 20, 2019.
[2] Pope Benedict XVI, Address on the occasion of the 25th anniversary of the Pontifical John Paul II Institute for Studies on Marriage and Family, May 11, 2006.
[3] See Diane Montagna.
[4] Congregation for the Doctrine of the Faith, Considerations regarding proposals to give legal recognition to unions between homosexual persons, June 3, 2003, I,4.
[5] St. Catherine of Siena, Dialogue III, 124, in: Conversation about God’s Providence, Einsiedeln 1993 (4th edition), p. 163.
[6] Cf. Congregation for the Doctrine of the Faith, Letter to the Bishops of the Catholic Church on the pastoral care of homosexual persons, October 1, 1986, 6.
[7] Pope John Paul II, Act of Consecration to Mary, March 25, 1984.