
Nun ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vorbei, ihre Analyse jedoch noch längst nicht.
Über Wochen stand das sportliche Großereignis als schönste Nebensache des Planeten im Fokus.
Jetzt diskutiert man aus deutscher Sicht über die Gründe für die offensichtlichen Defizite und fordert nach dem wiederholten frühen Ausscheiden zurecht einen neuen Aufbruch.
Jeder Kenner der Szene konnte sehen, dass es in der Defensive nicht selten an der nötigen Entschlossenheit fehlte und sich auch in der Offensive bisweilen ein erheblicher Mangel an kreativer Durchschlagskraft zeigte. Für welche Strategie und Taktik möchte man stehen? Wenn gegenwärtig im Kader nicht die Qualität früherer Generationen vorhanden ist, sollte man umso mehr die Grundtugenden erwarten dürfen: Wille, Einsatz und Leidenschaft.
Das beginnt beim Singen der Nationalhymne und geht weiter mit einer robusten Einstellung während der Partie. Die Fans wollen echte Männer auf dem Feld sehen, die mit ganzem Herzen alles geben – und keine Jüngelchen, die sich in den direkten Duellen abkochen lassen. Deshalb wird in der Kurve immer gern skandiert: Kämpfen und siegen!
Diese Mentalität braucht man nicht nur im Fußball, sondern generell im Leben, insbesondere aber im Glauben. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Völkerapostel Paulus in der Verkündigung einen berühmten Vergleich aus dem Sport bemüht: „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt! Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen“ (1 Kor 9,24–25).
Darum geht es für jeden Menschen wirklich. Der gelebte Glaube ist die wichtigste Hauptsache, auf die es ankommt. Zu gewinnen oder zu verlieren ist die ganze Ewigkeit. Siegen kann man nur in Christus, dem einzigen Erlöser und Retter. Die Strategie ist dabei, in der Gnade zu wachsen und in der Kraft von oben gegen die Sünde anzugehen. Daher gilt es, entschlossen zu kämpfen in der Arena dieser Welt, treu im Gebet, beharrlich auf dem Weg der Gebote, tapfer gegen die Angriffe des bösen Feindes. Jeder Christ ist gerufen, mutig den Glauben an den dreifaltigen Gott zu bezeugen.
In diesem Sinne hat es bei der WM einen echten Volltreffer im deutschen Lager gegeben.
Die Rede ist vom Auftritt unseres Mittelfeldspielers Felix Nmecha.
Schon vor der ersten Partie ist er mit der Heiligen Schrift in der Hand aus dem Mannschaftsbus gekommen. Nach seinem Tor ging er auf die Knie, wies mit eindeutiger Geste auf Gott hin und formte manuell eine Krone. Seine Botschaft vor den Augen der Welt war: Christus ist König!
Nach dem Spiel begab er sich mit Innenverteidiger Jonathan Tah und einigen Akteuren der Nationalmannschaft Curaçaos zum Mittelkreis des Platzes – mit geneigtem Haupt Arm in Arm zum gemeinsamen Gebet.
Dieses Zeugnis vor dem Milliardenpublikum wirkte enorm. Im anschließenden Interview darauf angesprochen, bekannte Felix Nmecha: „Im Spiel sind wir Gegner, aber nach dem Spiel sind wir alle Christen, wir sind Brüder, und wir haben ein kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird“. Seine Antwort war so authentisch wie die Maxime seines ganzen Lebens: „Fußball ist meine Leidenschaft, Jesus mein Fundament.“
Die Botschaft unseres Nationalspielers hat viele Zuschauer erreicht und beeindruckt – unsere Zeit braucht mutige Vorbilder.
Damit darf er das Wort des Herrn auch auf sich beziehen: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen“ (Mt 10,32–33).
20. Juli 2026
Priesterkreis Communio veritatis
