„Wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder“ (Lk.22,32).

Zu den vornehmsten Aufgaben dessen, der das Petrusamt innehat, gehört es, seine Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken (siehe Lk.22,31.32). Wird uns solche Stärkung derzeit geboten?

Als in den Medien die Reise des Papstes nach Abu Dhabi und sein Treffen mit dem Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb angekündigt wurde, habe ich gedacht: „Wenn das nur gutgeht!“

Nun, es ist nicht gutgegangen!

In der gemeinsamen Erklärung von Abu Dhabi hat Franziskus Folgendes unterschrieben:

Die Freiheit ist ein Recht jedes Menschen: ein jeder genießt Bekenntnis-, Gedanken-, Meinungs- und Handlungsfreiheit. Der Pluralismus und die Verschiedenheit in bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. (Quelle: http://kath.net/news).

Nach Papst Franziskus entsprechen also der Pluralismus und die Verschiedenheit unter den Religionen dem weisen Schöpferwillen Gottes.

Das ist eine offenkundige Häresie!!!

Franziskus stellt damit alle Religionen als gleich gültig und gleich ­bedeutend nebeneinander. Er leugnet indirekt die Einzigar­tigkeit Jesu Christi und seiner Botschaft, die Erlösung durch Jesus Christus und die Bedeutung seiner Kirche. Er macht damit den Missionsauftrag Jesu sinnlos und verrät die Missionare der Kirche. Warum sollen wir unter diesen Umständen noch Joh.14,6 verkündigen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Oder Joh.11,25.26: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt…“ Letztlich landen wir auf dem Niveau, auf dem sich die Missionstheologie von Hubertus Halbfas Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts befand: Christliche Mission kann heute nur noch darin bestehen mitzuhelfen, dass der Muslim ein guter Muslim, der Buddhist ein guter Buddhist und der Hindu ein guter Hindu wird. Wenn die Religionen dieser Welt in ihrer Verschiedenheit dem weisen Schöpferwillen Gottes entsprechen, hätte sich der Apostel Paulus ein gemütliches Leben zu  Hause einrichten können, anstatt sich all das zuzumuten und anzutun, worüber er im 2. Korintherbrief Kapitel 11 spricht. Und der Ordensbruder von Papst Franziskus, Franz Xaver, hätte sich seine lebensgefährliche Missionsreise nach Indien und Japan sparen und sich stattdessen ein spießiges Gelehrtenleben an der Pariser Universität einrichten können, so wie jene Theologen, über die er sich in einem Brief an seinen Ordensgründer Ignatius beklagt (siehe Stundenbuch I, 3. Dezember).

Verrat ist die Unterschrift des Papstes auch an unseren Märtyrern. Wofür haben sie sich eigentlich geopfert? Weshalb haben sich die Märtyrer  von Uganda, die zum Teil noch halbe Kinder waren, bei lebendigem Leibe verbrennen lassen? Weshalb haben sich Paul Miki und seine Gefährten in Nagasaki kreuzigen lassen? Sicher nicht, weil sie überzeugt waren, dass die Verschiedenheit unter den Religionen dem weisen Schöpferwillen Gottes entspricht, sondern weil für sie Jesus Christus „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ war, ohne den niemand zu Gott kommt.

„Wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder“ (Lk.22,32).

Wird Franziskus sich noch „bekehren“ – korrigieren?

Oder kommen wir an der deprimierenden und bestürzenden Feststellung nicht vorbei, dass der derzeit amtierende Papst ein Häretiker ist?

Was tun die deutschen Bischöfe?


Die vorstehende Erklärung wurde inhaltsgleich als Brief an Herrn Erzbischof Hans-Josef Becker in Paderborn geschickt.