Im Nebel des Amazonas

Blick auf den Morgennebel im Regenwald Brasiliens von Javari River – Adobe Stock Photo

Amazonien ist bekannt für seine mitunter märchenhaft scheinende Landschaft, die häufig in tiefen Nebel gehüllt ist. Was auf den ersten Blick romantisch anmutet, verleitet viele zum Träumen. Das Panorama birgt aber eine große Schattenseite. Überall dort nämlich, wo der trübende Dunst das volle Licht abhält. Missionare berichten, dass dann in dieser Szenerie tödliche Gefahren nur schwer zu erkennen sind. Der Nebel bringt also oft eine trügerische Situation mit sich. Wenn er sich auflöst, wird hingegen die ganze Realität des Amazonas sichtbar.

Aufmerksamkeit erhielt die Region jüngst durch ein Schreiben aus dem Vatikan.
Die Broschüre trägt zwar Amazonien im Titel, dehnt aber dessen Ausmaße nach eigenem Bekunden auf die ganze Welt aus. Nie war der Fluss breiter. Eine Synode, die mit heidnischen Ritualen und blasphemischem Götzenkult umrahmt war, sollte in ein Dokument gegossen und der jubelnde Tanz weitergeführt werden.
Schnell kamen erste Stellungnahmen, die zumeist – zum einen aus Eile und zum anderen aus Wunschdenken – beim ersten Blick haften blieben. Dabei haben nicht wenige vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen. Die äußere Anzahl und die inhaltliche Auswahl der Worte haben nämlich einen amazonischen Nebel hervorgerufen. Genauer gesagt ist etwas im Schreiben, was zunächst gar nicht zu sehen war.
Es heißt im Text: „So werde ich hier nicht alle Fragen entfalten, die im Schlussdokument ausführlich dargelegt wurden. Ich habe auch nicht vor, es hiermit zu ersetzen oder zu wiederholen“ (Nr. 2).
Nach Auflösung des Nebels wird es also sichtbar: das Schlussdokument der Synode.
Wenn ein Autor etwas nicht ersetzen will, dann bedeutet das logischerweise, dass er es bestehen lassen möchte. Diese Intention wird im Folgenden verstärkt: „Zugleich möchte ich das Schlussdokument offiziell vorstellen. Es bietet uns die Folgerungen der Synode“ (Nr. 3).

Kenner der Szene werden spätestens hier aufhorchen. Diese Strategie kommt einem von „Amoris laetitia“ bekannt vor. Der Priesterkreis Communio veritatis hat seinerzeit mit der Erklärung Dem Lehramt folgen – das Leeramt überwinden darauf hingewiesen. Damals war es eine Fußnote, heute ist es ein Trojanisches Pferd aus Amazonas-Holz. Die Verfahrensweise ist ähnlich.

Welche Agenda hält das Schlussdokument der Synode denn parat?
Wir lesen von „neuen Wegen“ für die Sakramentalität und Amtsstruktur der Kirche, „vor allem“ im Blick auf die Frauen. Laien sollen zu „privilegierten Akteuren“ gemacht werden. Eine Person aus der Gemeinde könne mit der „Verantwortung für die Pastoral“ beauftragt werden – im Rotationsverfahren. Ein „Dienstamt“ für die „Leiterin einer Gemeinde“ solle institutionell anerkannt werden. Männer kommen auch vor – verheiratete Ständige Diakone könne man zur Priesterweihe zulassen.

„Querida Amazonia“ gibt vor, Christus verkündigen zu wollen. Doch welcher ist gemeint? Der ewige Sohn Gottes, Mensch geworden durch den Heiligen Geist aus der Jungfrau Maria, nach seinem Opfertod am Kreuz siegreich auferstanden und in den Himmel aufgefahren? Der einzige Erlöser also, der bezeugt hat „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6)? Dann müsste noch heute die Unterschrift des Dokumentes von Abu Dhabi zurückgenommen werden, welches sagt, die pluralistische Verschiedenheit der Religionen entspreche dem Willen Gottes. Tatsächlich wurde diese Mutter der Häresien jedoch weitergeführt in der Pachamama-Verehrung im Vatikan.

Worauf kommt es nun also entscheidend an?
Angesichts der Zeit der Falschen Prophetie, in der die verderbliche Lüge umherhinkt, ist es wichtig, sich nicht vom Nebel erfassen zu lassen, sondern die Reinheit des Glaubens und die Klarheit des Denkens zu bewahren.

Pastor Frank Unterhalt


In the Fog of the Amazon

Amazonia is known for its sometimes fairy-tale like landscape, which is often shrouded in deep fog. What seems romantic at first glance tempts many to start dreaming. But the panorama has a big shadow side. That side is to be found everywhere where the cloudy haze blocks the full light. Missionaries report that deadly dangers are difficult to recognize in this scenery. So the fog often brings a deceptive situation with it. When it dissolves, however, the whole reality of the Amazon becomes visible.

The region recently received much attention through a letter from the Vatican.
Although the title of the brochure is Amazonia, it claims to extend its dimensions to the whole world. The river has never been wider. A synod framed with pagan rituals and blasphemous idolatry was to be cast into a document and the jubilant dance was to be continued.
The first statements were quickly made, most of which – partly out of haste and partly out of wishful thinking – got stuck to the first impression. There were quite some who did not see the forest for the trees. That is to say, the external number of words and the choice of the words of substance have created an Amazonian fog. To be more precise, there is something in the writing that at first could not be seen at all.
It says in the text: “I will not go into all of the issues treated at length in the Final Document. Nor do I claim to replace that text or to duplicate it” (No. 2).
Thus, after the fog has lifted, it becomes visible: the final document of the Synod.
If an author does not wish to replace something, it logically means that he wants to leave it as it is. This intention is reinforced with the following words: “At the same time, I would like to officially present the Final Document, which sets forth the conclusions of the Synod” (No. 3).

Connoisseurs of the scene will pay attention at the latest here. This strategy seems familiar to the one of “Amoris Laetitia”. The Priestly group Communio Veritatis pointed this out [here an English report on it] at the time with its declaration “To follow the Magisterium – to Overcome the Empty Teaching”. At that time it was a footnote, today it is a Trojan horse made of Amazon wood. The procedure is similar.

What agenda does the Final Document of the Synod have ready?
We read of “new ways” for the sacramental and ministerial structure of the Church, “especially” with regard to women. Lay people are to be made “privileged actors”. A person from the congregation could be entrusted with the “responsibility for pastoral work” – on a rotation basis. A “ministry” for the “leader of a congregation” should be institutionally recognized. Men are also mentioned – married permanent deacons could be admitted to priestly ordination.

“Querida Amazonia” claims to want to proclaim Christ. But which one is meant? The Eternal Son of God, made Man by the Holy Ghost of the Virgin Mary, who after His sacrificial Death on the Cross rose victoriously and ascended into heaven? The only Savior, then, who testified “No one comes to the Father except through Me” (Jn 14:6)? Then the signature under the document of Abu Dhabi, which says that the pluralistic diversity of religions corresponds to the Will of God, would have to be withdrawn even today. In fact, however, this Mother of Heresies was continued in the Pachamama worship in the Vatican.

So what is now the crucial point?
In the face of the age of False Prophecy, in which the perishable lie limps around, it is important not to be caught in the fog, but to preserve the purity of Faith and the clarity of thought.

Father Frank Unterhalt